Geschichte

Die Gründungsversammlung des Lawn-Tennis-Club Aarau, wie der Club sich damals nannte, fand am 12. September 1900 im Hotel Gerber, dem heutigen Aarauerhof, statt. Bereits vor der Gründungsversammlung konnte in der Aarauer Telli vis-à-vis des heutigen Tellirings durch einen bereits vorgängig provisorisch bestellten Vorstand eine Parzelle im Halte von 40 Aaren und 17 m2 für einen Kaufpreis von Fr. 3'000.- erworben werden. Und für den Betrag von Fr. 1'306.20 (exkl. Einfriedigung von Fr. 180.-) wurde in der Folge durch das Baugeschäft M. Zschokke der erste Platz erstellt. Der Club zählte im ersten Gründungsjahr bereits 63 Mitglieder, wovon allerdings 38 sog. Nichtspieler (= Passive). Die nötigen finanziellen Mittel von rund Fr. 5'000.- konnten durch die Ausgabe von Obligationen beschafft werden.
Ein Spielreglement sorgte von Beginn weg für einen geordneten Spielbetrieb, wobei für die Ausarbeitung dieses Reglements sogar ein Staatsanwalt beigezogen wurde. Es findet sich die ausdrückliche Weisung, dass der Platz nur in Schuhen ohne Absätze oder mit Gummisohlen betreten werden dürfe. Die Spieler hatten in ordentlicher und im Reglement näher umschriebener Kleidung bereits umgezogen auf dem Platz zu erscheinen. Erst im Jahre 1926 erstellte man eine erste Hütte, um Gästen das Umziehen zu ermöglichen. 1928 wurde dann der Bau eines Clubhauses beschlossen, der mit den Einnahmen eines überaus erfolgreichen Bazars (Fr. 4'960.90!) finanziert wurde. Eine strenge Aufsicht war vor allem in den Anfangsjahren gerechtfertigt, mussten doch beispielsweise 1907 zwei Kantonsschüler vom mit der Aufsicht betrauten Vorstandsmitglied gemassregelt werden, weil diese mit ihren Fährrädern mutwillig auf den frisch gewalzten Plätzen umherfuhren. Dem Archiv kann auch entnommen werden, dass Niederlagen bereits damals nicht von allen Mitgliedern gleich gut verdaut worden sind. So war es in den frühen Anfängen ein Tennis spielender Staatsanwalt, der nach einer Niederlage seine Kinder grundlos ohrfeigte, und zwar auch dann, wenn er ihnen nicht auf der Tennisanlage, sondern erst zu Hause begegnete. Die Mitgliederzahl war von Beginn weg grossen Schwankungen unterlegen. Bereits 1908 beklagte man den Rückgang auf 46 Mitglieder (inkl. Nichtspieler). Selbst der Einsatz einer Werbekommission von 7 Damen vermochte nicht zu verhindern, dass die Mitgliederzahl im Jahr 1911 auf den Tiefststand von 28 Mitgliedern schrumpfte. 1922 war die Spielzeit so flau, dass im Vorstand sogar darüber gesprochen wurde, den Club aufzulösen. Dafür war das gesellschaftliche Leben ausserhalb der Tennisanlage zu dieser Zeit umso intensiver. So wurden 1920 gleich zwei Tanzabende durchgeführt, wobei ein "maître de plaisir" für deren Vorbereitung und Durchführung verantwortlich zeichnete. 1933 wiederum war der Andrang so gross und die Spielgelegenheit entsprechend gering, dass ob der dadurch entstandenen Missstimmung viele Austritte zu beklagen waren. Die Tennisbälle wurden in den Anfängen vom Club angeschafft und zum Selbstkostenpreis (1907 für rund Fr. 0.91 pro Ball) an die Mitglieder abgegeben. Widerwärtig war es allerdings, wenn Bälle im hohen Gras verloren gingen und zwischen den Spielern daraufhin Streit darüber ausbrach, wessen Ball verloren gegangen war. Um dem ein Ende zu bereiten, beschloss der Vorstand 1901, neben weissen auch rote Bälle anzuschaffen; von da weg hatte der eine Spieler mit weissen und sein Gegner mit roten Bällen zu spielen. Der Streit um verlorene Bälle nahm so ein jähes Ende.
1917 wurde der erste Freundschaftsmatch mit einem auswärtigen Club, dem L.T.C. Biel, abgehalten. 1924 folgten die ersten Spiele bei auswärtigen Clubs (Schinznach und Wohlen) und im Jahre 1928 die erste Teilnahme an den Interclub-Meisterschaften, nachdem der Club 1926 der Association Suisse de Lawn Tennis beigetreten war. Noch 1924 war die Generalversammlung der Meinung gewesen, dass man für den Beitritt zur schweizerischen Dachorganisation "sportlich noch nicht reif" sei. 1940 wurden zum ersten Mal die Aargauischen Tennismeisterschaften auf der Anlage des Tennis Club Aarau durchgeführt. Auf Wunsch der Mitglieder wurde im Jahre 1923 zum ersten Mal ein Trainer angestellt, um das Spielkönnen im Club zu fördern. Es amtete daraufhin bis zu den Sommerferien versuchsweise eine Trainerin aus Zürich auf der Anlage, was eine plötzliche Belebung des zu diesem Zeitpunkt darniederliegenden Spielbetriebs zur Folge hatte. Es war auch zu Beginn der 20er Jahre, als sich der Tennis Club Aarau in vermehrtem Masse der Juniorenförderung annahm. 1926 wurde das erste Clubturnier für Junioren durchgeführt. Bereits früh konnten mit dem Gewinn der Schweizerischen Junioren-Meisterschaft durch Frl. Evelyne Koch im Jahre 1932 und 1933 erste Erfolge gefeiert werden.
Eines ist heute wie früher noch dasselbe: die zeitlose Freude an der Ausübung dieses so schönen Sports und der Wille, diese Schönheiten des Tennis-Sports auch den kommenden Generationen zu erschliessen.



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